Grenzerfahrung analog

Manchmal sind Planänderungen auch zu was gut. Eigentlich hatten wir vor, an die Nordsee oder Ostsee zu fahren, um zu chillen. Aber da wir kurzfristig nach Braunschweig mussten, haben wir uns entschlossen, anschließend weiter nach Osten zu fahren. Gelandet sind wir letztendlich in Magdeburg.

Die Bilder hier wurden mit einer Minolta XD-7 und einem Tamron 24mm-Objektiv auf einem Ilford PAN-F 50 (entwickelt mit Adox Rodinal) fotografiert.

Gartenarbeit – Braunschweig Hauptfriedhof

Ausgespielt – Rastplatz „Grenzübergang“ Marienborn

„Grenzübergang“ Marienborn

 

Magdeburg – Alte Eisenbahnbrücke

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Nach dem gelungenen Abend im Ost sind wir heute noch ein bißchen durch die Stadt spaziert. Wolfsburg geht irgendwie am Besten in schwarzweiss.

Pinhole-Camera

Da ich irgendwie nicht wusste, was ich heute so machen will (ok, es hätte viele Alternativen gegeben), habe ich mich endlich mal hingesetzt und eine Pinhole-Camera gebaut. Das wollte ich schon so lange mal machen, also los.

Vor ein paar Wochen habe ich mir das Buch Weitwinkelfotografie von Chris Marquardt gekauft. Dem einen oder anderen dürften Chris Marquardt und Monika Andrae durch den Absolut Analog Blog / Podcast und das gleichnamige Buch bekannt sein. Falls nicht, unbedingt mal rein hören und -lesen.

Wieso ich darauf komme? Am Ende des Buchs Weitwinkelfotografie ist als Bonus eine Anleitung für eine Lochkamera, die ich absolut genial finde. Ich wollte gerne eine Lochkamera bauen, die a) auf Film belichtet und bei der ich b) nicht für jedes Bild den Wechselsack heraus kramen muss. Also habe schon angefangen, Pläne für eine Box, in die ich Rollfilme einspannen kann, zu schmieden und dafür endlich einen 3D-Drucker kaufen. Aber es geht auch viel, viel einfacher.

Gleich vorweg möchte ich drauf hinweisen, dass das die erste Pinhole-Camera ist, die ich baue und ich habe keine Ahnung, ob sie funktionieren wird 🙂

Ebenfalls noch wichtig: Das Projekt ist nicht meine Idee und ich bedanke mich ganz herzlich bei Chris Marquardt für die Anregung.

Also los.

Was brauchen wir dafür:

  1. Eine Streichholzschachtel mit ausreichender Dicke
  2. Einen Kleinbildfilm
  3. Eine leere Kleinbildfilmpatrone
  4. Etwas Alufolie
  5. Eine kleine Nadel
  6. Eine Schere und ein Skalpell
  7. Schwarze Acrylfarbe

Der Einschub der Streichholzschachtel muss so zurecht geschnitten werden, dass sich ein Film plan einlegen lässt. In die Schachtel muss ein eckiges Loch geschnitten werden, in das dann später die Alufolie eingeklebt wird. Es empfiehlt sich, das Innere der Streichholzschachtel mit schwarzer Farbe zu bemalen, um Reflexionen zu vermeiden.

Statt den Kleinbildfilm in eine Kamera einzuspannen, wird der Film von einer Filmpatrone in eine leere Filmpatrone umgespult. Zufällig habe ich mitbekommen, dass der ADOX Silvermax-Film in wiederverwendbaren Plastikpatronen verkauft wird, die sich natürlich hervorragend für diesen Zweck eignen. Ich hoffe, das ist auch immer noch so.

Der Film wird wie unten zu sehen in die Streichholzschachtel eingelegt.

Danach kann die Streichholzschachtel zusammen geschoben und verklebt werden.

Natürlich benötigt eine Pinhole-Kamera auch ein Pinhole. Das sollte möglichst klein sein, um eine große Schärfentiefe zu erhalten. Je kleiner die Blende, desto größer die Schärfentiefe. Natürlich benötigt eine Kamera mit kleiner Blende auch viel Licht.

Für die Berechnung der Belichtungszeit gibt es Apps für Android und iPhone. Einfach mal nach Pinhole-Camera suchen und die Bewertungen lesen. Ich kann keine Empfehlung geben, da ich noch keine App ausprobiert habe. Vielleicht später.

Kein Licht darf dagegen in das Innere der Streichholzschachtel geraten. Deshalb muss die Schachtel gut mit Gaffa zugeklebt werden. Und wie immer bei Gaffa gilt auch hier: Viel Gaffa hilft viel 🙂 Aber immer dran denken, der Film muss sich noch von der einen Patrone in die andere bewegen lassen.

 

Aus dem Stück Pappe, das ich hinten aus der Streichholzschachtelschulade herausgeschnitten habe, habe ich noch einen Verschluss gebaut, der sich leicht öffnen und schließen lässt. Auch der Verschluss muss natürlich möglichst lichtundurchlässig sein.

Hinten an der Kamera habe ich noch einen Pfeil aufgeklebt, damit ich weiß, in welche Richtung ich den Film drehen muss.

Ich habe etwa eine Stunde gebraucht, um die Kamera zu bauen. Wichtig ist hier, die Farbe erst trocknen zu lassen, bevor der Film eingelegt wird.

Der Film muss natürlich vorsichtig und langsam transportiert werden. Wahrscheinlich ist es schwierig, die transportierte Strecke abzuschätzen. Aber das ganze ist ja ein Spaßprojekt und ich rechne nicht mit tollen, scharfen und richtig belichteten Bildern.

Ist der Film voll, muss er natürlich aus der Kamera entfernt werden. Ich gehe mal davon aus, dass die Streicholzschachtel das nicht überleben wird.

Soweit erst mal dazu. Bilder und Erfahrungsberichte folgen dann später.

Dinge auf dem dreiseitigen Tisch

Mein erstes echtes Schwarzweiß-Projekt mit einer Filmkamera. Als Thema habe ich mir „Alte Dinge auf einem alten, dreiseitigen Tisch“ gesetzt. Da hier so viele alte Dinge herumliegen ich mir als zweite Aufgabe gesetzt habe, nur 24 Bilder zu fotografieren, fiel die Auswahl ziemlich schwer.

Ich habe meine Minolta XD-5 verwendet, in der ein Ilford FP4+ Film mit 125 ASA steckte. Testbilder habe ich mit der Canon EOS 80D gemacht und festgestellt, dass es hier ziemlich dunkel ist und grade die Bilder mit dem laufenden Plattenspieler nicht so gut aussahen. Also habe ich meinen Yongnuo mit Sender eingesetzt, um die Szene einzublitzen.

Natürlich habe ich das Handbuch der XD-5 nicht gelesen und war mir 100% sicher, dass die grüne 125 auf dem Belichtungszeitenrad die Blitzsynchronzeit ist. Das dem nicht so war, habe ich nach dem Entwickeln an dem schwarzen Balken an der Unterseite jedes festgestellt, so dass ich mich schon fragte, ob Schwarzweissfotos schmaler sind:

Bei der XD-5 ist die Blitzsynchronzeit 1/100 Sekunden und mit einem kleinen roten X gekennzeichnet. Man lernt nie aus.

Naja, schade, aber nicht zu ändern. Bei der Filmfotografie kommen die Überraschungen eben immer erst am Ende ans Tageslicht.

 

La Palma auf Film

Über Weihnachten waren wir auf La Palma und ich hatte das erste mal seit vielen Jahren eine Filmkamera und viele Filme mit auf Reisen. Eigentlich hatte ich es immer vermieden, überhaupt eine Kamera mitzunehmen, weil ich sie meistens sowieso nicht benutzt habe. Es ist einfach mühselig, zuhause hunderte von Bildern zu sichten. Die paar Handyfotos haben mir eigentlich immer gereicht. Dieses mal war’s aber anders.

Am Anfang stand ich vor der Qual der Wahl, welche Kamera ich mitnehmen soll. Mit keiner der Kameras hatte ich Langzeiterfahrungen und an jeder der Kameras geht irgendetwas anderes nicht. Ich hab mich dann für die Minolta X-700 entschieden, weil sie leicht ist und ich eine Tasche dafür habe, die sie vor Stößen schützt.

Dass das die falsche Wahl war, musste ich feststellen, nachdem ich die Filme zuhause entwickelt habe. Irgendwas stimmt mit dem Verschluss nicht und bei kürzeren Belichtungszeiten sind die Bilder nur halb belichtet.

Tja, ärgerlich, aber im nachhinein nicht zu ändern. Filmfotografie bedeutet ja auch immer Überraschungen.

Aber einige der Bilder sind trotzdem ganz gut geworden und ich wollte ja auch am Ende nur eine kleine Auswahl haben.

Ok, ich hatte auch noch meine Sony a6000 dabei 🙂

Unterwegs mit der Minolta X-700

Endlich war das Wetter mal so gut, sich ein erster Versuch mit meiner „neuen“ Minolta X-700 lohnen könnte. Nachdem endlich DHL und Hermes da waren, um mir die bestellten Materialien für das Entwickeln des Films zu bringen, war nicht mehr so viel Zeit. Also sind wir einfach nach Harburg gefahren, um ein paar Bilder an der Brücke des 17. Juni und im Hafen zu machen.

In der Kamera war ein Fujifilm Color 200. Eigentlich alle Bilder sind mit Blendenpriorität fotografiert, also Blende einstellen und die Kamera die Belichtungszeit aussuchen lassen. Das führte leider dazu, dass die meisten Bilder viel zu dunkel sind und sich auch mit Affinity Photo nicht so gut aufhellen lassen. Leider stellt man das erst fest, wenn der Film entwickelt ist. Aber so ist das eben, wenn es analog sein soll 🙂