Pinhole-Camera

Da ich irgendwie nicht wusste, was ich heute so machen will (ok, es hätte viele Alternativen gegeben), habe ich mich endlich mal hingesetzt und eine Pinhole-Camera gebaut. Das wollte ich schon so lange mal machen, also los.

Vor ein paar Wochen habe ich mir das Buch Weitwinkelfotografie von Chris Marquardt gekauft. Dem einen oder anderen dürften Chris Marquardt und Monika Andrae durch den Absolut Analog Blog / Podcast und das gleichnamige Buch bekannt sein. Falls nicht, unbedingt mal rein hören und -lesen.

Wieso ich darauf komme? Am Ende des Buchs Weitwinkelfotografie ist als Bonus eine Anleitung für eine Lochkamera, die ich absolut genial finde. Ich wollte gerne eine Lochkamera bauen, die a) auf Film belichtet und bei der ich b) nicht für jedes Bild den Wechselsack heraus kramen muss. Also habe schon angefangen, Pläne für eine Box, in die ich Rollfilme einspannen kann, zu schmieden und dafür endlich einen 3D-Drucker kaufen. Aber es geht auch viel, viel einfacher.

Gleich vorweg möchte ich drauf hinweisen, dass das die erste Pinhole-Camera ist, die ich baue und ich habe keine Ahnung, ob sie funktionieren wird 🙂

Ebenfalls noch wichtig: Das Projekt ist nicht meine Idee und ich bedanke mich ganz herzlich bei Chris Marquardt für die Anregung.

Also los.

Was brauchen wir dafür:

  1. Eine Streichholzschachtel mit ausreichender Dicke
  2. Einen Kleinbildfilm
  3. Eine leere Kleinbildfilmpatrone
  4. Etwas Alufolie
  5. Eine kleine Nadel
  6. Eine Schere und ein Skalpell
  7. Schwarze Acrylfarbe

Der Einschub der Streichholzschachtel muss so zurecht geschnitten werden, dass sich ein Film plan einlegen lässt. In die Schachtel muss ein eckiges Loch geschnitten werden, in das dann später die Alufolie eingeklebt wird. Es empfiehlt sich, das Innere der Streichholzschachtel mit schwarzer Farbe zu bemalen, um Reflexionen zu vermeiden.

Statt den Kleinbildfilm in eine Kamera einzuspannen, wird der Film von einer Filmpatrone in eine leere Filmpatrone umgespult. Zufällig habe ich mitbekommen, dass der ADOX Silvermax-Film in wiederverwendbaren Plastikpatronen verkauft wird, die sich natürlich hervorragend für diesen Zweck eignen. Ich hoffe, das ist auch immer noch so.

Der Film wird wie unten zu sehen in die Streichholzschachtel eingelegt.

Danach kann die Streichholzschachtel zusammen geschoben und verklebt werden.

Natürlich benötigt eine Pinhole-Kamera auch ein Pinhole. Das sollte möglichst klein sein, um eine große Schärfentiefe zu erhalten. Je kleiner die Blende, desto größer die Schärfentiefe. Natürlich benötigt eine Kamera mit kleiner Blende auch viel Licht.

Für die Berechnung der Belichtungszeit gibt es Apps für Android und iPhone. Einfach mal nach Pinhole-Camera suchen und die Bewertungen lesen. Ich kann keine Empfehlung geben, da ich noch keine App ausprobiert habe. Vielleicht später.

Kein Licht darf dagegen in das Innere der Streichholzschachtel geraten. Deshalb muss die Schachtel gut mit Gaffa zugeklebt werden. Und wie immer bei Gaffa gilt auch hier: Viel Gaffa hilft viel 🙂 Aber immer dran denken, der Film muss sich noch von der einen Patrone in die andere bewegen lassen.

 

Aus dem Stück Pappe, das ich hinten aus der Streichholzschachtelschulade herausgeschnitten habe, habe ich noch einen Verschluss gebaut, der sich leicht öffnen und schließen lässt. Auch der Verschluss muss natürlich möglichst lichtundurchlässig sein.

Hinten an der Kamera habe ich noch einen Pfeil aufgeklebt, damit ich weiß, in welche Richtung ich den Film drehen muss.

Ich habe etwa eine Stunde gebraucht, um die Kamera zu bauen. Wichtig ist hier, die Farbe erst trocknen zu lassen, bevor der Film eingelegt wird.

Der Film muss natürlich vorsichtig und langsam transportiert werden. Wahrscheinlich ist es schwierig, die transportierte Strecke abzuschätzen. Aber das ganze ist ja ein Spaßprojekt und ich rechne nicht mit tollen, scharfen und richtig belichteten Bildern.

Ist der Film voll, muss er natürlich aus der Kamera entfernt werden. Ich gehe mal davon aus, dass die Streicholzschachtel das nicht überleben wird.

Soweit erst mal dazu. Bilder und Erfahrungsberichte folgen dann später.

AEthercircus 2018 in Buxtehude (Teil 2)

Noch ein paar Bilder aus der XD-7 vom AEthercircus 2018.

AEthercircus 2018 in Buxtehude

Ein paar Impressionen vom AEthercircus 2018 in Buxtehude.

Torpedo Harms – Kick’n Roll

Torpedo Harms – Kick’n Roll in Schernikau

http://torpedoharms.blogspot.de/

 

#minikosmos Es wird Frühling

#minikosmos – Fröhliche Ostern

Neues Hobby: Alte Kameras reinigen und reparieren

So, jetzt bin ich offiziell alt. Nicht dass ich das nicht schon vorher war, schließlich werde ich von jedem auf der Strasse, im Bus und überall gesiezt. Erst habe ich das Rock’n Roll-Dasein gegen eine Spiegelreflexkamera und ein „Fotolabor“ in der Waschküche getauscht, was eigentlich schon bedenklich genug war. Jetzt fange ich auch noch an, alte Kameras zu reinigen – mit Baumwollhandschuhen, Pinsel und Blasebalg.

Letztens habe ich in einer Börse für analoge Kameras und Zubehör eine – naja – doch nicht mehr ganz gut erhaltene Minolta XD-5 für so wenige Euronen bekommen, dass ich mir keine großen Gedanken über ihren möglichen Zustand gemacht habe. Wenn sie ok ist, dann benutze ich sie, falls nicht, dann eben nicht. Sieht ja auch schön aus, wenn sie im Regal liegt. Sie als Ersatzteillager zu nutzen, würde ich nicht über’s Herz bringen.

Die Kamera hat ein paar rostige Stellen (Flugrost) und Dellen, was ok ist, schließlich ist sie im besten Fall von 1984, also über 30 Jahre alt. Die Elektronik scheint aber in Ordnung zu sein, zumindest hört es sich so an, als würden die Belichtungszeiten ungefähr stimmen.

Was mich aber echt nervte, waren die vielen schwarzen Krümel im Sucher.

Auf dem Spiegel war nichts, den hatte ich schon sauber gepustet. Also musste sich der Dreck irgendwie im Sucher befinden. Ich wusste nicht, wo nach ich googlen soll. „Dreck im Sucher“ ergab nicht so viele brauchbare Ergebnisse. Also bei YouTube usw. mal nach Reparaturvideos geguckt, aber so richtig schlau bin ich auch nicht daraus geworden.

Dann hab ich statt „Sucher“ mal nach „Mattscheibe“ gesucht und mich dran erinnert, dass ich selbige bei der X-700 wechseln können müsste und in irgendeinen Forum habe ich dann auch ein paar Sätze gelesen, die mich im Glauben ließen, dass Ausbau und Einbau der Mattscheibe durchaus machbar sind.

Heute nacht um halb 3, ich konnte nicht schlafen, hab ich es mal gewagt. Man braucht

Der Ausbau ist relativ einfach.

  1. Die beiden kleinen Schrauben vorsichtig lösen. Möglicherweise sind sie ein wenig fest gerostet, trotzdem nicht mit Gewalt an die Sache gehen. Die kleine Platte und die Schrauben gut weglegen.
  2. Unter der kleinen Platte ist eine Halterung mit einer Lasche, die die Mattscheibe festhält. Die kann leicht mit der Pinzette herausgenommen werden. Die Mattscheibe selbst hat eine kleine Nase (hier nicht im Bild), damit sie nicht nach unten herausfallen kann.
  3. Wichtig: Die Einbaulage merken. Auf der linken Seite befindet sich eine kleine Schiene. Die Unterseite der Mattscheibe, also die Seite, die zum Spiegel zeigt, ist geriffelt. Bitte nur vorsichtig dran fühlen, da sie sehr empfindlich ist und schnell verkratzt. Die Oberseite ist glatt, auch hier sehr vorsichtig sein.
  4. Hinten in der Kamera ist eine Feder, die die Mattscheibe nach vorne drückt, so dass sie diese nicht herausfallen kann. Mit der Pinzette oder besser einem kleinen Plastikspachtel, den man sich aus einer alten EC-Karte bauen kann, muss die Mattscheibe jetzt vorsichtig nach hinten gedrückt werden, bis sie herausfällt. Jetzt kann die Mattscheibe mit der Pinzette vorsichtig herausgenommen und gereinigt werden.

Mit der Ultraschallreinigungsgerät hat die Reinigung ganz gut funktioniert. Vor dem Einbau muß die Mattscheibe aber gut abtrocknen, da sich sonst Pilze bilden können.

Der Einbau erfolgt dann in umgekehrter Reihenfolge:

  1. Die Mattscheibe mit der Pinzette vorsichtig hinten auf der Feder aufsetzen. Einbaulage beachten und niemals Gewalt anwenden.
  2. Die Nase der Mattscheibe vorne in die kleine Lücke drücken. Jetzt fällt die Mattscheibe schon nicht mehr heraus und das Ergebnis kann kurz geprüft werden.
  3. Die Halterung und die kleine Platte vorsichtig mit der Pinzette einsetzen.
  4. Vorsichtig festschrauben, niemals Gewalt anwenden.

Fertig!

Ich habe den gröbsten Schmutz von der Mattscheibe und auch vom dahinter liegenden Prisma entfernen können. Da es hier aber sehr staubig ist, sind immer noch ein paar Krümel zu sehen, aber die ignoriere ich erstmal. Jetzt, wo ich weiss, wie es geht, kann ich das später nochmal machen.

So, ich hoffe, dass Dir das weiter hilft. Viel Spass und immer schön vorsichtig sein 🙂

 

 

Zwei Kameras, zwei Filme, was jetzt…

Irgendwie hab ich Lust bekommen, statt immer nur digital mal analog zu fotografieren und dabei das Wissen anzuwenden, das ich mir inzwischen angeeignet habe. Also habe ich eine Minolta X-700 (war in den 80ern sehr beliebt, weil sie die erste erschwingliche Kamera mit Programmautomatik war) mit viel Zubehör bei eBay ersteigert. Heute ist sie angekommen.

Weil ich noch keine Batterien hatte aber trotzdem wissen wollte, wie die X-700 so ungefähr funktioniert und was sie kann, habe ich wie üblich bei YouTube gestöbert und bin beim Kanal von Eduardo Pavez Goye gelandet und erstmal bei seinen Street Photography Videos hängen geblieben. Sehr sehenswert, wie ich finde.

Nach kurzer Zeit habe ich dann auf ein Video geklickt, bei dem Eduardo mit einem Freund und einer Rollei 35 S durch die London gezogen ist und ich dachte sofort „Hey, die Kamera kennst Du doch.“ Evelyn meinte gleich, dass wir sie bestimmt mitgenommen haben, also hab ich schnell mal im Koffer mit alten Kameras geguckt und tatsächlich, sie war wirklich da.

Ich habe also zwei Kameras und zwei Filme. Also werde ich sie auch benutzen und mal sehen, was dabei rauskommt 🙂