Lange Nacht der Fotoworkshops

Endlich ist es soweit: Die Lange Nacht der Fotoworkshops. Eine ganze Nacht nur fotografieren, mit gleichgesinnten netten Menschen verbringen und viele neue Dinge lernen. So war der Plan.

Von der LNDFW habe ich schon vor längerer Zeit bei Facebook (oder so) gelesen und auch ein paar Videos älterer Events gesehen. Dann haben wir Melanie Derks, die Erfinderin und Initiatorin der LNDFW, bei der FreizeitWelt 2018 in Hamburg getroffen und waren begeistert von dieser Idee. Die LNDFW in Rom, die kurz vorher stattfindet, passte leider zeitlich nicht, aber in Hamburg wollten wir unbedingt dabei sein.

Ok, also jetzt ist es soweit. Samstag, der 1. 9. 2018. Erstmal aber den Tag rumkriegen, am Besten mit Vorbereitungen. Akkus laden, Speicherkarten leeren, Lampen vorbereiten, Mate und Müsliriegel eingekauft.

Jetzt aber mal los. Pünktlich um 17:30 waren wir bei der Einführungsveranstaltung am Museum der Arbeit in Barmbek, wo wir schon ein paar bekannte Gesichter gesehen haben. Zuerst wurde mal das Team vorgestellt und der Ablauf erläutert. Ja, das wird spannend. Dann sind wir noch kurz nach Barmbek gefahren, weil Nicole, eine weitere Teilnehmerin die ohne Auto da war, sich noch eine Kamera leihen wollte. Dann also wieder zurück in die Stadt. Glücklicherweise haben wir an der Ost-West-Straße einen Parkplatz gefunden, der ganz in der Nähe der ersten Workshop-Locations war.

Als erstes ging ich zum Workshop Shooting mit Bernd Willeke und dem großartigen Florian (florida.ink @ instagram). Ich wollte unbedingt an diesem Workshop teilnehmen, da ich noch nie mit einem Model  fotografiert habe. Entsprechend nervös war ich dann auch. Ich hab‘ einiges über die Zusammenarbeit zwischen Model und Fotograf gelesen, aber das ist nicht das gleiche. Wir trafen uns gegen 19:00 an der Pickhubenbrücke, die ich schon von anderen Fotosession kenne, ist ja auch quasi bei unserem Büro um die Ecke. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und einer Einweisung ging es auch gleich los, wobei ich immer noch nicht so genau wusste, was ich tun soll…

Bernd ist ein sehr guter Dozent, auf alles vorbereitet und hatte viele Tipps und Antworten parat. Als Stadtführer kennt er sich in Hamburg sehr gut aus. Aus finanzieller Sicht war er aber für mich nicht sehr hilfreich, da er mich immer wieder animiert hat, mal ein anderes Objektiv und sogar eine andere Kamera (Canon EOS 5D) auszuprobieren. Ich sehe mich also schon das Geld im Gegenwert eines Kleinwagens in Fotoequipment stecken, die neue EOS R soll ja… ohweh ohweh.

Florian indes war die ganze Zeit sehr entspannt und geduldig und hat jeden Spass mitgemacht. Herzlichen Dank dafür.

Model: florida.ink

 

Gegen 21:00 waren wir leider schon mit dem Workshop durch und es ging weiter zum nächsten.

Um 22:00 war ich mit Melanie zum Workshop FashionShoot 8″ vor dem Rathaus verabredet, an dem ich auch unbedingt teilnehmen wollte. Melanie hat die wunderbare Inka (model_inka.h @ instagram) mitgebracht, die sich von uns in den folgenden zwei Stunden fotografieren liess.

Jetzt habe ich auch verstanden, was es mit den den 8″ auf sich hat. Das Shooting soll mit dem verfügbaren Licht und 8 – 10 Sekunden Belichtungszeit erfolgen. Erst habe ich an High-Heels mit 8″ Absätzen gedacht, die hatte Inka nämlich auch dabei und konnte damit auch sehr gut umgehen.

Melanie hatte tolle Tipps für den Umgang mit einem Model, den Bildaufbau, Belichtung und dem ganzen drum herum. Das war alles sehr hilfreich, aber trotzdem locker vermittelt.

Zuerst sind wir in den Eingang zum Rathausinnenhof gegangen, wo es tolle alte Lampen gibt, die ein sehr schönes Licht machen.

Model: model_inka.h

8 Sekunden (und länger) Belichtungszeit hieß für Inka still stehen, Luft anhalten und Gesicht einfrieren, was sicher nicht ganz einfach war. Aber sie hat alles mitgemacht, war sehr geduldig und so hatten wir echt eine „tolle Nacht“ mit einigen „scharfen Bildern“ 🙂 Herzlichen Dank dafür!

Die Zeit verging wie im Fluge und schon war die halbe Nacht rum. Ich hätte gerne noch eine weitere Stunde mit Inka und Melanie verbracht, aber es ging ja weiter zum nächsten Workshop.

Um 1:00 mussten wir rechtzeitig im Hafen sein, denn da stand Lightpainting mit ZOLAQ auf dem Programm. Von den Alsterarkaden, in denen wir inzwischen mit Melanie und Inka gelandet sind, war es ein weiter Weg zum Schuppen 52 beim Museum der Arbeit. Zum Glück waren wir ja mit dem dem Auto unterwegs.

Olaf hat mich schon vor längerer Zeit für das Lightpaining begeistert (Steelwool and Lightpainting Fun, Festival of Lights). Er hat einfach großartige Ideen und weiss sie gekonnt umzusetzen. Davon musst Du Dich unbedingt auf www.zolaq.de überzeugen.

Die Spuren der Nacht sind aber auch an Olaf und uns nicht ganz vorüber gegangen. Trotzdem war noch genug Adrenalin vorhanden, um ein paar großartige Lichtgemälde zu zaubern. Eine Auswahl an Tools inklusive Pyro hat Olaf immer dabei. Dafür aber keine Stimme mehr 🙂

Lightpainting mit ZOLAQ

Die Zeit verging wieder wie im Flug und um 3:30 war die Show hier vorbei. Schnell alles verpackt und zurück in die Stadt. Selten habe ich Hamburg mit so wenig Verkehr und freien Parkplätzen an den Landungsbrücken erlebt. Ich sollte öfter mal meine Aktivitäten auf die frühen Morgenstunden verlegen.

Um 4:30 ging es weiter zum Workshop Mehrfachbelichtung mit Markus Hulliger (markus_hulliger @ instagram) bei den St. Pauli Landungsbrücken. Für diesen Workshop hatte ich meine Minolta XD-7 mit ein paar Objektiven eingepackt, aber da ich inzwischen auch so müde war, dass ich fast nicht mehr wusste, was ich tat, hab ich sie im Auto gelassen und stattdessen die Mehrfachbelichtungsfunktion meiner Canon EOS 80D ausprobiert, die ich grade erst entdeckt hatte. Hier und heute habe ich zufällig herausgefunden, dass neben der einfachen Aufnahme von zwei oder mehr Bildern auch die Auswahl eines bereits vorhandenen Bildes als Grundlage möglich ist und dass ich mir dieses auch auf dem Display ansehen kann, während ich ein zweites Motiv suche. Ok, jetzt fängt das an, Spass zu machen.

Mehrfachbelichtung am Hafen

Eventuell lässt sich diese Funktion auch mit Lightpainting kombinieren… Ich werde es ausprobieren und berichte dann.

So langsam war ich aber dann doch so müde, dass meine Kreativität etwas nachließ bzw. ich über die Motiv nicht mehr so viel nachgedacht habe. Aber das macht nichts. Die Nacht ist wie im Fluge vergangen, Mate und Müsliriegel haben gehalten, was sie versprachen und ich hatte trotz oder wegen der Müdigkeit ein Grinsen auf dem Gesicht.

Zum Abschluss sind wir gegen 7:00 noch zu Melanies Fotostudio nach Barmbek gefahren, wo wir uns über einen schönen heißen Kaffee und ein Brötchen gefreut haben.

Einige Teilnehmer waren zu so früher Stunde noch da, sichtlich mitgenommen aber glücklich. Ich habe die Möglichkeit genutzt, noch zwei Bilder vom Printservice Ilford drucken zu lassen, dann haben wir uns von den anderen verabschiedet und sind ebenfalls kaputt und glücklich nachhause gefahren.

Beim Sichten und Bearbeiten einiger Bilder bin ich dann gegen halb 11 einfach so eingeschlafen.

Die Lange Nacht der Fotoworkshops war ein tolles Erlebnis und ich freue mich darauf, mal wieder bei einem der nächsten Events dabei sein zu können. Vielleicht nächstes Jahr in Berlin oder Bern.

LNDFW: FashionShooting 8″ mit Inka

Im Workshop FashionShoot 8″ ging es nicht, wie ich zuerst vermutet habe, um High Heels mit 8″ Absätzen, sondern um ein Shooting mit available Light und 8 Sekunden Belichtungszeit.

Das Model auf den folgenden Bildern ist die wunderbare Inka (model_inka.h @ instagram), die mit viel Geduld, Luft anhalten und 8″ Absätzen durchweg eine gute Figur macht 🙂

Rathaus Hamburg, Innenhof

Model: model_inka.h
Model: model_inka.h
Model: model_inka.h
Model: model_inka.h
Model: model_inka.h

An der Alster

Model: model_inka.h
Model: model_inka.h

In den Alsterarkaden

Model: model_inka.h

 

LNDFW: Mehrfachbelichtung

In diesem Workshop ging es darum, mit Hilfe von Doppel- und Mehrfachbelichtungen kreative Fotos zu zaubern. Eigentlich wollte ich für diesen Workshop meine Minolta XD-7 nehmen, aber da es inzwischen schon so spät war und ich eh nicht mehr wusste, was ich tat, habe ich mich entschieden, die Minolta im Auto zu lassen.

Stattdessen habe ich eine tolle Mehrfachbelichtungsfunktion meiner EOS 80D entdeckt, mit der es möglich ist, bereits vorhandene Bilder als Grundlage für das zweite Foto auszuwählen und dieses auch auf dem Display anzeigen zu lassen. Diese Funktion ist vielleicht auch für das Lightpainting interessant.

Natürlich ist es einfacher, zuhause mehrere Bilder mit Fotoshop zusammen zu bauen. Aber so macht es einfach mehr Spass und es lassen sich bereits mit der Kamera schöne Bilder komponieren. Leider habe ich die Objektivabdeckung, mit der ich halbe Bilder aufnehmen kann, vergessen. Das hätte ich gerne mal ausprobiert. Vielleicht später.

Grenzerfahrung analog

Manchmal sind Planänderungen auch zu was gut. Eigentlich hatten wir vor, an die Nordsee oder Ostsee zu fahren, um zu chillen. Aber da wir kurzfristig nach Braunschweig mussten, haben wir uns entschlossen, anschließend weiter nach Osten zu fahren. Gelandet sind wir letztendlich in Magdeburg.

Die Bilder hier wurden mit einer Minolta XD-7 und einem Tamron 24mm-Objektiv auf einem Ilford PAN-F 50 (entwickelt mit Adox Rodinal) fotografiert.

Gartenarbeit – Braunschweig Hauptfriedhof

Ausgespielt – Rastplatz „Grenzübergang“ Marienborn

„Grenzübergang“ Marienborn

 

Magdeburg – Alte Eisenbahnbrücke

Ich habe ein neues Lieblingsobjektiv :-)

…und zwar das Tokina 11-16 f/2.5 AT-X PRO DX II, passend für meine Canon EOS 80D. Das lies mich tatsächlich dazu verleiten, mal wieder digital zu fotografieren. Die nächste Anschaffung ist aber eine analoge EOS 🙂

 

Wlfsbrg schwrzwss

Nach dem gelungenen Abend im Ost sind wir heute noch ein bißchen durch die Stadt spaziert. Wolfsburg geht irgendwie am Besten in schwarzweiss.

Pinhole-Camera

Da ich irgendwie nicht wusste, was ich heute so machen will (ok, es hätte viele Alternativen gegeben), habe ich mich endlich mal hingesetzt und eine Pinhole-Camera gebaut. Das wollte ich schon so lange mal machen, also los.

Vor ein paar Wochen habe ich mir das Buch Weitwinkelfotografie von Chris Marquardt gekauft. Dem einen oder anderen dürften Chris Marquardt und Monika Andrae durch den Absolut Analog Blog / Podcast und das gleichnamige Buch bekannt sein. Falls nicht, unbedingt mal rein hören und -lesen.

Wieso ich darauf komme? Am Ende des Buchs Weitwinkelfotografie ist als Bonus eine Anleitung für eine Lochkamera, die ich absolut genial finde. Ich wollte gerne eine Lochkamera bauen, die a) auf Film belichtet und bei der ich b) nicht für jedes Bild den Wechselsack heraus kramen muss. Also habe schon angefangen, Pläne für eine Box, in die ich Rollfilme einspannen kann, zu schmieden und dafür endlich einen 3D-Drucker kaufen. Aber es geht auch viel, viel einfacher.

Gleich vorweg möchte ich drauf hinweisen, dass das die erste Pinhole-Camera ist, die ich baue und ich habe keine Ahnung, ob sie funktionieren wird 🙂

Ebenfalls noch wichtig: Das Projekt ist nicht meine Idee und ich bedanke mich ganz herzlich bei Chris Marquardt für die Anregung.

Also los.

Was brauchen wir dafür:

  1. Eine Streichholzschachtel mit ausreichender Dicke
  2. Einen Kleinbildfilm
  3. Eine leere Kleinbildfilmpatrone
  4. Etwas Alufolie
  5. Eine kleine Nadel
  6. Eine Schere und ein Skalpell
  7. Schwarze Acrylfarbe

Der Einschub der Streichholzschachtel muss so zurecht geschnitten werden, dass sich ein Film plan einlegen lässt. In die Schachtel muss ein eckiges Loch geschnitten werden, in das dann später die Alufolie eingeklebt wird. Es empfiehlt sich, das Innere der Streichholzschachtel mit schwarzer Farbe zu bemalen, um Reflexionen zu vermeiden.

Statt den Kleinbildfilm in eine Kamera einzuspannen, wird der Film von einer Filmpatrone in eine leere Filmpatrone umgespult. Zufällig habe ich mitbekommen, dass der ADOX Silvermax-Film in wiederverwendbaren Plastikpatronen verkauft wird, die sich natürlich hervorragend für diesen Zweck eignen. Ich hoffe, das ist auch immer noch so.

Der Film wird wie unten zu sehen in die Streichholzschachtel eingelegt.

Danach kann die Streichholzschachtel zusammen geschoben und verklebt werden.

Natürlich benötigt eine Pinhole-Kamera auch ein Pinhole. Das sollte möglichst klein sein, um eine große Schärfentiefe zu erhalten. Je kleiner die Blende, desto größer die Schärfentiefe. Natürlich benötigt eine Kamera mit kleiner Blende auch viel Licht.

Für die Berechnung der Belichtungszeit gibt es Apps für Android und iPhone. Einfach mal nach Pinhole-Camera suchen und die Bewertungen lesen. Ich kann keine Empfehlung geben, da ich noch keine App ausprobiert habe. Vielleicht später.

Kein Licht darf dagegen in das Innere der Streichholzschachtel geraten. Deshalb muss die Schachtel gut mit Gaffa zugeklebt werden. Und wie immer bei Gaffa gilt auch hier: Viel Gaffa hilft viel 🙂 Aber immer dran denken, der Film muss sich noch von der einen Patrone in die andere bewegen lassen.

 

Aus dem Stück Pappe, das ich hinten aus der Streichholzschachtelschulade herausgeschnitten habe, habe ich noch einen Verschluss gebaut, der sich leicht öffnen und schließen lässt. Auch der Verschluss muss natürlich möglichst lichtundurchlässig sein.

Hinten an der Kamera habe ich noch einen Pfeil aufgeklebt, damit ich weiß, in welche Richtung ich den Film drehen muss.

Ich habe etwa eine Stunde gebraucht, um die Kamera zu bauen. Wichtig ist hier, die Farbe erst trocknen zu lassen, bevor der Film eingelegt wird.

Der Film muss natürlich vorsichtig und langsam transportiert werden. Wahrscheinlich ist es schwierig, die transportierte Strecke abzuschätzen. Aber das ganze ist ja ein Spaßprojekt und ich rechne nicht mit tollen, scharfen und richtig belichteten Bildern.

Ist der Film voll, muss er natürlich aus der Kamera entfernt werden. Ich gehe mal davon aus, dass die Streicholzschachtel das nicht überleben wird.

Soweit erst mal dazu. Bilder und Erfahrungsberichte folgen dann später.